Am 15. Januar 2026 hatte ich mal wieder die Gelegenheit, die Komödie im Marquardt in Stuttgart zu besuchen. Das Besondere, bzw. den historischen Background dieses Theaters habe ich ja bereits in meinem Text zu „Bei mir warst du schön“ angedeutet.
Ich liebe dieses kleine, aber feine Theater! Die Lage ist super, das Ambiente überschaubar und ohne Schnickschnack. Die Räumlichkeiten um den eigentlichen Saal sind klein, so dass sich vor der Vorstellung und in der Pause ein Gedränge nicht verhindern lässt. Aber das erlebt man anderswo auch.

Diesmal besuchte ich das Theaterstück „ Barfuß im Park“.
Schon lange wollte ich dieses Stück auf der Bühne erleben, nachdem ich bisher nur die Filmversion der erfolgreichen gleichnamigen Broadway-Komödie von 1967 mit Robert Redford und Jane Fonda in den Hauptrollen kenne.

Es dauerte gerade mal zwei Minuten, dann war ich schon verzaubert vom Charme der Inszenierung.
Ja, es ist eine leichte Komödie. Anspruchsvolle Unterhaltung sieht vermutlich anders aus. Aber es kommt nicht von Ungefähr, dass diese Komödie eines der erfolgreichsten Broadway-Stücke ist.
Auch weil es in diesem Stück inhaltlich um etwas geht, was wohl die meisten Menschen kennen. Reibereien und Missverständnisse in einer Beziehung. In diesem Fall eines gerade frisch verheiratetem Paares, dass recht schnell merkt, dass die Flitterwochen nicht das wirkliche Leben sind. Mehr zur Handlung gibt es weiter unten bei meiner Zusammenfassung.

BarfussImPark Aufsteller

Das Stück besticht durch eine perfekte Mischung von grandiosen, witzigen Dialogen und ernsten Momenten. Und in diesem Fall war es perfekt auf die Bühne gebracht.
Die Darsteller hatten eine fantastische Ausstrahlung. Besonders angetan hatte es mir die Darstellerin der Corie, Hannah Sophie Schad. Ihre lebhafte, temporeiche, aber nicht übertriebene Darstellung war mehr als beeindruckend. Diese Stimmung steckte mich an und ein klein wenig weckte es den Wunsch in mir, wieder jünger zu sein.
Aber auch alle anderen DarstellerInnen waren super!

Robin Telfer hat bereits mit vielen Inszenierungen positiv auf sich aufmerksam gemacht. Und bei „Barfuß im Park“ hat er sein Können wieder unter Beweis gestellt.
Die Inszenierung überzeugte mit tollen Darstellern, die es schafften, die Pointendichte des Stücks zu transportieren. Es war eine voll und ganz gelungene Adaption des Klassikers.

Ich habe mich bei diesem Stück köstlich amüsiert! Alles, Bühnenbild, Musik, schauspielerische Leistung und Regie waren einzigartig!
Es war so kurzweilig, von mir aus hätte es noch viel länger gehen können.

BarfussImPark Buehne

Besetzung:
Corie Bratter - Hannah Sophie Schad
Paul Bratter - Jörg Pauly
Mrs. Banks - Bettina Franke
Victor Velasco - Marius Hubel
Harry Pepper - Reinhold Weiser
Regie - Robin Telfer
Bühne und Kostüme - Tom Grasshof
Video - Julian Müller-Enßlin, David Brombacher
Dramaturgie - Susanne Schmitt

Hier noch weitere Infos zum Stück:

Paul Bratter ist ein überaus korrekter und solider Mann, der als Anwalt in New York arbeitet. Doch nach seiner Heirat ist es aus mit dem geordneten Dasein, denn bei seiner Frau Corie werden Lebensfreude und Vergnügen großgeschrieben.

Nach stürmischen Flitterwochen beginnt nun das reale Eheleben. Das frischgebackene Ehepaar Bratter zieht in seine erste gemeinsame Wohnung ein. Eigentlich sollte ihrem Glück nichts im Wege stehen, doch der Alltag stellt ihre junge Ehe gleich auf eine harte Probe: Die Wohnung liegt im neunten Stock ohne Aufzug, die Möbel fehlen, im Dach klafft ein großes Loch, der Nachbar, ein extravaganter Sonderling, erweist sich als sehr anhänglich und zu allem Überfluss kommt auch noch Cories Mutter zu Besuch …

Mit einer „Mischung aus rasantem Sprachwitz und Tiefsinnigkeit“ (Der Spiegel) eroberte das Stück von Neil Simon, dem „König des Broadway“, ab 1963 rasch die Theaterbühnen der ganzen Welt. Spätestens die erfolgreiche Verfilmung mit Jane Fonda und Robert Redford machte diese Komödie unsterblich.

An der Komödie im Marquardt inszeniert Robin Telfer, der für seine liebevollen und psychologisch fein gezeichneten Inszenierungen wie „Monsieur Claude und seine Töchter“, „Drei Männer im Schnee“ und „Arsen und Spitzenhäubchen“ bereits drei Mal mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.

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