
Mal wieder ohne zu wissen, was auf mich zukommt, kaufte ich diesmal Tickets für Oliver Wnuk und sein Programm „Besser wird’s nicht“ im Renitenz-Theater in Stuttgart.
Erst nach dem Kauf der Karten beschäftigte ich mich ausführlicher mit dem Schauspieler, den ich vor allem aus der TV-Serie „Nord Nord Mord“ kannte. Sympathisch fand ich ihn immer in der Rolle des Kommissar Feldmann. Sehr viel mehr Infos hatte ich aber nicht.
Und so ging ich ohne große Erwartungen ins Renitenz und meine Neugierde stieg minütlich. Vor allem, als ich mitbekam, dass das Theater tatsächlich ausverkauft war.
Pünktlich um 20Uhr betrat Oliver Wnuk die Bühne. Gekleidet in einem edlen und doch sportlichen Anzug und bei einer spärlichen Bühnenausstattung, zeigte er sofort eine beeindruckende Präsenz und er schaffte es augenblicklich, sein Publikum mit direkter Ansprache und ständigem Augenkontakt in seine Geschichten hineinzuziehen.
Sein Programm ist wohl eine Mischung aus Lesung und Kabarett. Humorvolle Beobachtungen des Alltags und eine intelligente Reflexion über das Älterwerden.
So ist es ein flotter, autobiographischer Spaziergang durch das Leben. Mal lustig, mal melancholisch aber immer messerscharf!
Und stets geht es um Themen, die jeder kennt und mal liebt und mal fürchtet. Es geht um Liebe, Freundschaft, Zweifel, Familie, Midlife-Crisis und immer wieder Beziehungen.
Der Text ist persönlich, zweifelnd und auch kritisch, aber nie vorwurfsvoll gegenüber den Zuschauern. Man findet keinen erhobenen Zeigefinger.
Am Ende der Veranstaltung fühlte ich mich gut. Teils fröhlich, aber auch sehr nachdenklich. Denn wer kennt es nicht, das Lächeln, selbst wenn es schwerfällt?
Und eines war dann auch allen klar: „Besser wird’s nicht“!
Der Abend machte zweifellos Lust auf sein gleichnamiges Buch.
![]()
Oliver Wnuk, geboren 1976 in Konstanz, schreibt, seitdem er spielt: In den vergangenen 25 Jahren wirkte er in über 120 Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler mit; zur selben Zeit verfasste er Romane, zahlreiche Dreh- und Kinderbücher, Theater- und Hörstücke, sowie Essays für Printmedien.


